Geschichte der MGH

Zaghafter Beginn (1953)

Bereits im Jahre 1953 hatte der eben nach Hörhausen gezogene Aargauer Hans Villiger die Idee, einen Musikverein zu gründen. Er besprach sich mit einem ehemaligen Musikanten, Max Kressebuch, doch dieser riet aus finanziellen Gründen von diesem Vorhaben ab.

Als dann zwei Jahre später Alois Winiger, ein Musikant aus Ballwil, in Hörhausen ein Heimwesen pachtete, reifte der Gedanke aufs neue. An einem schönen Herbstabend wurde der erste Besprechungshock abgehalten. Am Tag darauf hiess es in der Nachbargemeinde bereits, Hörhausen habe einen Musikverein.

 

Erste Proben - Gründung - erste Anlässe (1956)

Nach dem Neujahrstag 1956 traf man sich zu einer ersten Probe in einem Schulzimmer. Im Frühjahr wurde das erste öffentliche Konzert bei der Käserei Hörhausen gegeben. Die Mitwirkung an der Bundesfeier 1956 gab dann allen soviel Mut, dass sofort eine Gründungsversammlung einberufen wurde.

Am 5. August 1956 wurde der offizielle Geburtstag der Musikgesellschaft Hörhausen im ehemaligen Restaurant Traube gefeiert. Die Gründungsmitglieder: Hermann Füllemann, Max Kressebuch, Konrad Utz, Hans Villiger, Albert Wertli und Alois Winiger trafen sich damals zur Gründungsversammlung. Sogar ein Glückwunschtelegramm des Kantonalvorstandes Thurgau traf ein.

Mit folgenden Worten schloss damals der Tagespräsident Max Kressebuch den denkwürdigen Abend:

"Ein guter Stern möge über dieser ersten Versammlung walten. Er möge das Vereinsschifflein durch alle Stürme lenken und hinaufführen den steilsten Weg. Solange unser schmuckes Bauerndorf bestehen wird, solange wird auch unsere Musik bestehen bleiben."

 

Trotz kleinem Budget fanden sich Wege

Alter BassDie Instrumente wurden infolge akutem Geldmangel als eine Art Darlehen der Gründungsmitglieder an die Musikgesellschaft Hörhausen aus dem eigenen Sack bezahlt. Aus Liquidationen von Walter Schüepp, Frauenfeld und der Stadtmusik Zug konnten diese schlussendlich gekauft werden. Auch Musikgesellschaften aus der Region halfen mit Instrumenten und Notenständern aus. So kann man den damaligen Vereinsnotizen entnehmen:

Flügelhorn Jahrgang alt, Zustand ordentlich, Fr. 30.-

Es-Bass 1900, ordentlich, Fr. 100.-

Trompete, alt, gut, Fr. 50.-

Tenorhorn 1945, gut, Fr. 120.-

Pauke, ein Geschenk vom Musikverein Ballwil LU

Für ein Dirigentengehalt von Fr. 8.- pro Probe stellten sich bis 1957 Willi Röthenmund und bis 1958 Ernst Altenburger zur Verfügung.

Ein wachsender Verein (1957 - 1980)

Präsidiert wurde der Verein bis 1961 von Eduard Frei. Bereits im Jahre 1957 bestritt die Musikgesellschaft Hörhausen einen ersten Konzertabend mit Theater.

1959 konnte die erste Fahnenweihe gefeiert werden. Um einen guten Eindruck zu hinterlassen beschloss der Verein die Anschaffung von Krawatten; Einheitshosen sollten durch die Musikanten selber gestellt werden. Stolz trug der erste Fähnrich, Jakob Gubler, die Vereinsfahne durch das Dorf.

Eduard Sigrist übernahm die Direktion von 1958 bis 1961. Präsidiert wurde der Verein ab 1961 bis 1973 von Otto Herzog.

Für Stimmung innerhalb des Vereins war bereits damals gesorgt. So vergass zum Beispiel der Paukist an der Fahnenweihe von Berlingen im Jahre 1964 die Paukenschlägel. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als die Pauke mit der Faust zu schlagen.

Die Musikgesellschaft Hörhausen nahm 1965 erstmals am Kantonalen Musikfest in Amriswil teil und belegte gleich den ersten Rang in der vierten Kategorie.

Im Jahre 1963 reichten die Finanzen für eine komplette Uniform. Dieses Ereignis wurde mit einem grossen Fest gefeiert.

Die Direktion führte von 1961 - 1968 Jakob Eggmann. Abgelöst in dieser Funktion wurde er von Traugott Schär, der die Musikanten bis 1973 unter seine Fittiche nahm.

1970 nahm die Musikgesellschaft Hörhausen am Kantonalen Musikfest in Frauenfeld teil und belegte wiederum den ersten Rang in der vierten Kategorie.

Das Präsidium führte von 1973 - 1976 Thomas Hangartner. Die Direktion ging von 1973 - 1988 an Erich Tanner über. In diese Zeit fiel das grosse Fest der ersten Neuinstrumentierung 1975. Für kurze Zeit, 1976/77 wurde die Präsidentschaft von Franz Herzog übernommen. Dann fand sich ein Präsident, der der Musikgesellschaft Hörhausen für längere Zeit, nämlich bis zum Jahre 1989 führte: Peter Krähemann.

1979 trat die Musikgesellschaft Hörhausen am Kantonalen Musikfest in Sirnach erstmals in der dritten Kategorie an und spielte sich auf den zweiten Schlussrang.

Neue Fahne – neue Uniform (1981 – 1990)

1981 konnte die zweite Uniform sowie die zweite und heute immer noch aktive Fahne eingeweiht werden. Fähnrich Otto Schäfli sen. setzte damals zum ersten Fahnengruss an. Zu diesem Grossanlass nahm die Musikgesellschaft Hörhausen erstmals eine Langspielplatte auf.

1987 konnte die Musikgesellschaft Hörhausen die Durchführung des Kreismusiktages übernehmen und bestritt somit abermals einen Grossanlass. In wochenlanger Arbeit bereitete sich das ganze Dorf auf die ereignisreichen Tage vor. Im Jahre 1988 wurde dann erstmals ein Dirigent aus den eigenen Reihen, Bruno Krähemann, gefunden und gewählt. Das Präsidium führt seit 1989 Hans Villiger jun..

Umstellung auf Brass Band (1991)

1991, ein weiterer Meilenstein, folgte die Umstellung von Fanfare auf Brass Band in der dritten Klasse. Dies hatte zur Folge, dass abermals einige Instrumente ersetzt werden mussten.

In der neuen Besetzung nahm die Musikgesellschaft Hörhausen im Jahre 1994 am Kantonalen Musikfest in Kreuzlingen teil. Dort belegten sie den vierten Schlussrang. 1996 entschlossen sich die Musikantinnen und Musikanten erstmals in ihrer dazumal bereits 40 jährigen Vereinsgeschichte am Eidgenössischen Musikfest in Interlaken teilzunehmen. Von insgesamt 62 Musikvereinen in derselben Kategorie belegte die Musikgesellschaft Hörhausen im Aufgaben- und Selbstwahlstück den 19. Rang. In der Marschmusik belegten sie mit 110 von 120 möglichen Punkten den 5. Schlussrang.

Neuuniformierung und Aufstieg in die 2. Stärkeklasse 1998 - 2005

An der Generalversammlung 1998 beschlossen die vierzig Musikantinnen und Musikanten, dass sie das Jahr 2000 mit einer neuen Uniform beginnen wollen. Die Musikgesellschaft Hörhausen präsentierte sich somit an der Neuuniformierung vom 7. März 1999 erstmals in ihrer dritten und heute noch getragenen Uniform.

Gestärkt mit den neuen Stoffen trat die Musikgesellschaft Hörhausen im gleichen Jahr am Kantonalen Musikfest in Aadorf an und erreichte den sensationellen ersten Rang in der dritten Stärkeklasse Bass Band. Dies war für die Musikantinnen und Musikanten einerseits sicherlich eine Bestätigung für den geleisteten Einsatz und andererseits jedoch auch Ansporn für Neues.

Zeit zum Ausruhen blieb nämlich nicht viel. Bereits im Jahre 2001 nahm die Musikgesellschaft Hörhausen zum zweiten Mal in ihrer Geschichte an einem Eidgenössischen Musikfest teil. In Fribourg hatten die Musikantinnen und Musikanten nicht nur die einzigartige Gelegenheit, ein Gruppenfoto mit Bundesrat Joseph Deiss zu schiessen, sie erreichten zusätzlich auch den Tagessieg in der dritten Stärkeklasse Brass Band.

Das Jahr 2004 stellt wieder ein Meilenstein in der Geschichte der Musikgesellschaft Hörhausen dar. Um sich neuen Herausforderungen zu stellen haben sich die Musikantinnen und Musikanten entschieden, in die zweite Stärkeklasse Brass Band aufzusteigen. Es waren alle gespannt, wo sich die Musikgesellschaft Hörhausen am Kantonalen Musikfest in Amriswil vom gleichen Jahr positionieren würden. Die intensiven Vorbereitungsarbeiten auf das Musikfest bestätigten es jedoch einmal mehr. So schloss die Musikgesellschaft Hörhausen mit dem hervorragenden 4. Rang in der zweiten Stärkeklasse Brass Band ab, wobei die Musikantinnen und Musikanten beim Aufgabenstück die höchste Punktzahl erreichten.

Das Jubiläumsjahr 2006

Nach 18 jährigem Engagement gab Bruno Krähemann an der Abendunterhaltung 2006 sein letztes Konzert zusammen mit der Musikgesellschaft Hörhausen. Der Dirigent kann auf sehr erfolgreiche Jahre zurückblicken. So hat sich die Musikgesellschaft Hörhausen unter seiner Leitung von einer "normalen Dorfmusik" zur Brass Band, die weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannt ist, entwickelt. Seither leitet Roger Wellauer den Verein als Dirigent a.i. bis Herbst 2006.

Kurz vor dem grossen Jubiläumsfest stand jedoch nochmals ein Höhepunkt auf dem Programm. Die Musikgesellschaft Hörhausen nahm inzwischen bereits zum dritten Mal, zum ersten Mal jedoch als Brass Band in der zweiten Stärkeklasse, am Eidgenössischen Musikfest in Luzern teil. Dort bewiesen die Musikantinnen und Musikanten, dass der Aufstieg in die zweite Stärkeklasse durchaus gerechtfertigt war und belegten den erfreulichen 8. Rang in der Tageswertung.

Inzwischen kann die Musikgesellschaft Hörhausen auf 50 erfolgreiche Jahre mit diversen Höhepunkten zurückschauen. Lassen Sie uns bei dieser Gelegenheit nochmals das Schlusswort der Gründungsversammlung leicht abgeändert als Vorsatz für die nächsten 50 Jahre in Erinnerung rufen:

"Ein guter Stern möge über diesem Verein stehen. Er möge das Vereinsschifflein durch alle Stürme lenken und hinaufführen den steilsten Weg. Solange unser schmuckes Bauerndorf bestehen wird, solange wird auch unsere Musik bestehen bleiben."

Dirigenten und Präsidenten der Musikgesellschaft Hörhausen von 1956 - 2006

Dirigenten
1956 – 1957 Willi Röthenmund
1957 – 1958 Ernst Altenburger
1958 – 1961 Edurad Sigrist
1961 – 1968 Jakob Eggmann
1968 – 1973 Traugott Schär
1973 – 1988 Erich Tanner
1988 – 2006 Bruno Krähemann
2006 – 2007 Roger Wellauer (a.i.)
2007 – 2009 Christian Bachmann
2009 - 2011 Marco Kressebuch
Seit 2011 Roger Wellauer

Präsidenten
1956 – 1961 Eduard Frei
1961 – 1973 Otto Herzog
1973 – 1976 Thomas Hangartner
1976 – 1977 Franz Herzog
1977 – 1989 Peter Krähemann
1989 – 2016 Hans Villiger jun.
seit 2016 Daniel Kurz

Gründungsmitglied Hans Villiger sen.

Aufgewachsen auf dem Holderstock in der Gemeinde Sins, wo er auf dem elterlichen Bauernbetrieb auch die Ausbildung absolvierte, trat Hans Villiger 1942 mit 16 Jahren in den Musikverein Abtwil, ein Nachbardorf, ein. Nur den Kirchenchor und die Musik hatte es damals gegeben. Eine grosse Auswahl an Vereinen gab es somit nicht und Hans Villiger schloss sich dem Musikverein an. Als Junger sei man froh gewesen, einem Verein beitreten zu können, "denn nur für Vereinstreffen liessen einen die Eltern aus dem Haus". So nahm der junge Hans gern die Strapazen auf sich, eine halbe Stunde zu Fuss sein Es-Horn zu den Musikproben zu tragen. "Ein Auto hatte ja noch keiner".

Nach seinem Umzug 1953 vom Aargau nach Hörhausen vermisste Hans Villiger die Musik. So versuchte er bald schon einen eigenen Musikverein zu gründen, was ihm am 5. August 1956 mit der Gründung der Musikgesellschaft Hörhausen gelang.

1976 wurde Hans Villiger zum Aktivehrenmitglied der Musikgesellschaft Hörhausen ernannt, 1977 zum Kantonalen Veteran (25 Jahre Musik), 1987 zum Eidgenössischen Veteran (35 Jahre Musik) und 1992 zum Kantonalen Ehrenveteran (50 Jahre Musik). Im Jahre 2002 wurde Hans Villiger schliesslich von der Confédération International Societé Musicien die CISM-Auszeichnung für 60 Jahre Mitgliedschaft in einer Musikgesellschaft verliehen.

In der Musikgesellschaft war Hans Villiger zudem während 18 Jahren Vereinskassier, während 48 Jahren verwaltete er die Berge von Material und Instrumenten und während 40 Jahren amtete er als Veteranen-Obmann. Überhaupt war Hans Villiger immer dort anzutreffen, wo es anzupacken galt. So spielte er unzählige Male in Theaterstücken mit, und war in diversen OK's

von Neuinstrumentierungen, Neuuniformierungen, Fahnenweihen und Kreismusiktagen vertreten. Oft führten an solchen Anlässen auch prächtige Umzüge durch das Dorf, welche Hans Villiger organisierte.

Spricht man Hans Villiger auf die Vergangenheit an, weiss er viele Geschichten und Erlebnisse zu berichten. Zum Beispiel im Zusammenhang mit der Neuinstrumentierung 1975. Irene Eschenmosser-Villiger (9 Jahre), Hans Villigers Tochter, und Bruno Krähemann (8 Jahre) sollten an den Feierlichkeiten das Lied "Im Aargau sind zwei Liebi" vorspielen. An Hans Villiger war es, den beiden das Stück beizubringen. Der damalige Dirigent bat jedoch im Vorfeld zu einem Probelauf. Irene Eschenmoser-Villiger war da, doch Bruno Krähemann war nirgends aufzufinden. Der spätere Dirigent der Musikgesellschaft Hörhausen hatte sich wegen Lampenfieber versteckt. Irgendwann ist der Junge wieder aufgetaucht und der skeptische Dirigent wurde überzeugt.

Auch heute spielt Hans Villiger als noch einziges der sechs Gründungsmitglieder von 1956 aktiv in der Musikgesellschaft Hörhausen mit. Seinem Es-Bass ist er dabei seit der Gründung treu geblieben. Beinahe täglich übt der rüstige Rentner noch, obwohl sich der Musikstil natürlich über die Jahre stark verändert hat. Seine Freude an der Musik ist grenzenlos, sein Absenzenblatt einmalig. So hat er in all den vielen Jahren nur ganz wenige Male auf die Proben verzichtet.

Lieber Hausi, die Musikgesellschaft Hörhausen gratuliert Dir von ganzem Herzen zu Deinem Lebenswerk. Sie hat Dir nicht nur die Gründung vor 50 Jahren zu verdanken, sondern unzählige Stunden Engagement, Schweiss und Treue.

Bravo Hausi!!!

Die verlorene Pauke

Es war einmal eine Pauke, die im Jahre 1956 von der Musikgesellschaft Berlingen an die Musikgesellschaft Hörhausen verkauft wurde. Beim neu gegründeten Verein erledigte die Pauke ihre Dienste mit ausserordentlichen Eifer. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, laut und allzeit bereit, war stets das Motto des stolzen Instruments.

Im Jahre 1959 geschah dann jedoch ein schreckliches Verhängnis bei einem Ständchen im Restaurant Steinberg in Reckenwil. Wieder einmal zeigte die Pauke vollen Einsatz und dabei platzte ihr das Fell. Was ihr damaliger Meister darauf hin machte, war alles andere als nett. Der Einfachheit halber liess er die Pauke nämlich gleich an Ort und Stelle stehen.

Die Pauke verschwand aus den Augen und bald schon war sie in Vergessenheit geraten. Als die Politische Gemeinde Homburg 1999 die ehemalige Moschtschüür in Homburg als Werkhof umnutzte, musste alles raus. Unter vergammelten Erbsen-Stauden wurde zum Erstaunen aller nach 40 Jahren die alte Pauke aus ihrem langjährigen Schlaf geweckt und an die Musikgesellschaft Hörhausen zurückgegeben.

Seither darf die alte Pauke ihren Ruhestand im Instrumentendepot der Musikgesellschaft Hörhausen geniessen. Anlässlich des 50jährigen Jubiläums präsentiert sie sich im Museum jedoch nochmals in voller Pracht. Bleiben Sie deshalb unbedingt einen Moment vor der alten Pauke stehen. Man erzählt sich nämlich, dass sie oft in Erinnerung an alte Zeiten schwelge und geduldige Besucher ein leises und zufriedenes Seufzen hören können.

Was die Musikgesellschaft Hörhausen mit Alt-Bundesrat Joseph Deiss verbindet

Ein Thema aktueller denn je, zumal Joseph Deiss auf Ende Juli 2006 seinen Rücktritt als Bundesrat bekannt gegeben hat. Man könnte fast meinen, er hätte sich einst vorgenommen: "Ich amte bis zum 50 jährigen Jubiläum der Musikgesellschaft Hörhausen als Bundesrat und dann trete ich zurück." Was aber verbindet die Musikgesellschaft Hörhausen mit dem Bundesrat?

Die Nachforschungen bringen uns zurück ins Jahr 2001, in dem die Musikgesellschaft Hörhausen am Eidgenössischen Musikfest in Fribourg teilnahm. In der guten Feststimmung ging Hans Villiger jun. mit seinem damals 12 jährigen Sohn Janet Villiger und Pirmin Geiges eine Wette ein. Wenn die beiden Knaben ein Autogramm von Bundesrat Joseph Deiss holten, gebe er ihnen CHF 10.00, weitere CHF 10.00 setze er aus, wenn die beiden Bundesrat Deiss dazu überreden könnten, sich für ein Vereinsfoto zur Verfügung zu stellen.

So machten sich die Knaben auf den Weg Richtung Rednerpult, wo Joseph Deiss seine Festansprache hielt und erzählten dort dem Bundesrat, wie er ihnen zu einem Gewinn von CHF 20.00 verhelfen könne. Herr Deiss zögerte nicht lange und sicherte den Jungen ein Gruppenfoto zu. Dann ging alles ganz schnell. In nur kurzer Zeit hatten sich die verblüfften Musikantinnen und Musikanten der Musikgesellschaft Hörhausen beim Festfotografen zum traditionellen Gruppenfoto aufzustellen, da traf auch schon der Bundesrat mit seinem Gefolge ein. So kam es, dass Hörhausen wohl als einzige Musikgesellschaft einen Bundesrat auf dem offiziellen Vereinsfoto des Eidgenössischen Musikfestes in Fribourg hat.

Eine riesige Freude nicht nur für die Musikantinnen und Musikanten, sondern vor allem für die beiden Knaben, welche die je CHF 20.00 natürlich erhielten. Aber auch Hans Villiger jun. hatte trotz verlorener Wette ein stolzes Lachen im Gesicht. Nicht zuletzt die Motivation aus dieser Begegnung wird es auch gewesen sein, die der Musikgesellschaft Hörhausen nebst dem einzigartigen Foto auch noch den Tagessieg in der dritten Stärkeklasse Brass Band einbrachte.